





18.04.09, Samstag
Der jährliche Frühlings-Kletterurlaub mit Roland. Wie schon die letzten Male Anreise durch Flug nach Thessaloniki, dann mit Mietwagen über die neue Autobahn bis Grevena (250Km, Maut 2€) und von da nach Kalambaka. Wetter bei der Ankunft sonnig aber mit leichten Zwischenschauern. Unterkunft im Koka Roka bzw. in Alsos House, wo ich sogar WLAN vorfand.
19.04.09, Sonntag
Skt. Georg Fels
- Schafsweg (III+), 6sl, erst 3SL ausgesetzter Psychoquergang, alternierend, abseilen zurück in Scharte m. Leiter
- Thüringer Weg m. Leitereinstieg (VI-), 1SL, neuere Route
- Variante rechts der Leiter (VI-), 1SL, nicht beschrieben
- Ziegenrücken, Hammelvariante (IV+), 4SL, Zustieg über Rinne, viel Vegetation drin, spreizen, Wegfindung - Querung links auf Rücken unklar, zu Zwischenhaken, dann schön, typische Rampenkletterei 3SL, alternierend gegangen.
20.04.09, Montag
Nach heftigen Gewittern nachts morgens zum Doupianifels, Südkante, Regenpfeiler, österreichische 3er-Seilschaft vor uns in der Route, langsam, daher Umzug zum
Hinterer Anapafsasturm
- Ostkante, 4SL, V+,
Schwieriger Zustieg, lange gesucht und verlaufen im Dickicht, Stein auf Fels dann bei richtigem Weg (mitgenommen), dann OR Einstieg, aber Abbruch in Mitte der 1.SL, Rückzug ohne Absicherung, Rückklettern wg. nass-rutschigem, grünen Moos und keinen ZS, sowie schlechter Perspektive (Schlüsselstelle ist 2.SL nordseitig, nass, moosig), Rückkehr zum
Doupianifels
- Regenpfeiler, 5SL, V
Top-Roper (Griechen) in der 1.SL, schöne Tour, trocken aber teilw. abgespeckt (und das hier bei diesem Fels!), haben wir schon mal 2003 gemacht, allerdings mit anderem Ausstieg ab 3. Stand, diesmal Originalausstieg links. 2. u. 3 SL sowie 4. u. 5. SL jeweils durchgegangen. Abseilen südseitig über Route?, zwischendrin Steilabstieg (I), dann Brotzeit und
- Aus der Katerschlucht, 4SL, V+
SL 1 und 2, 2.SL grosse Verschneidung, sehr schön, dann abseilen in die Katerschlucht, Abstieg.
21.04.09, Dienstag
Regentag mit Klosterbesichtigung und Kalambaka-Bummel
22.04.09, Mittwoch
Weiterhin Regen, fahrt nach Gavros im Nordosten, dort früher schon mal geklettert, jetzt ausführliche Erkundung der Felsenlandschaft, evtl. finden sich ja überhängende Routen. Unterwegs deswegen mit gesamter Kletterausrüstung. Bei der Nässe reichlich heikel! Sporadisch ausgeprägte Ziegenpfade an den Felsen entlang. Aufstieg zum höchsten Punkt aber machbar, dann mehrfaches Verlaufen und Versteigen beim Versuch der Umrundung, Regen stärker, ich klitschnass. Abklettern, Spreizen von Klammen und Flussbetten im Fels mit ungewissem Ausgang. Rückzug nach oben, schliesslich erfolgreiches Finden einer Schlucht zurück zum Aufstiegsweg. Abrutschen und Sturz Roland, zum Glück an nicht ausgesetzter Stelle. Zurück in Gavros nach etwa 3h. Bier in einziger Kneipe, Gespräch mit Einheimischen, der 3 jahre in Schweinfurt (oder Fulda?) gearbeitet hat. Heimfahrt nach Kalambaka.
22.04.09, Donnerstag
Immer noch Regenwetter, gegen Mittag windig und trocken, Aufbruch zu Ambaria Fels. Dort schon einigermassen trockene SW-Kante vorgefunden. Zwar schon 2008 gegangen aber schön.
Ambaria
- SW-Kante, 4SL, V
Alleine dort, ungewöhnlich aber dem Wetter geschuldet, Originaleinstieg (viele ziehen die leichtere tunnelvariante vor, s. Gipfelbuch) bis Gipfel trocken, schön, fest, gut ausgeputzt, ideal nach Regen. Abseilen, dann in der 1.SL spanische Seilschaft getroffen.
Danach zum menschenleeren Doupiani und dort eine von uns bislang nicht begangene Route links von "oben ohne".
Doupiani
- Zwischenhoch (vermutlich), 2SL, V+
Schöne (neuere) Route, Klettergartencharakter wie fast alle an der Doupiani-Nordseite, völlig übersichert, daher einige ZS ausgelassen. Da einzige Seilschaft vom 2. Standplatz gleich zum zentralen Nord-Abseilhaken gequert.
24.04.09, Freitag
Wetter wieder gut, stabil sonnig. Spät dran wegen grossem Markt in Kalambaka. Nach langem Überlegen beim Frühstück im Koka Roka fällt die Wahl auf den Kastrakiturm. Erstmalig dort. Zustieg über die Strasse neben der Doupiani-Nordseite, dann Karrenweg scharf rechts bis hoch zu den Schäferhütten. Folgend den weg an der Glocke vorbei, etwas bergab und dann links hoch zum Einstieg. Dort sehr grosse, handgelenksdicke Schlange im Gebüsch 2m vom Einstieg lauernd
Kastrakiturm
- Pinioskante, 5SL, V+
Sehr schöne Route mit älteren Ringhaken, letzte SL passt leider nicht dazu, zu leicht und zu brüchig, Direktalternative zu schwer. Ausstieg in "Urwald" auf dem Gipfel. Hauptgipfel ist Fels, Gipfelbuch. Unsere war die erste Begehung des Turms in 2009. Suche nach Abseilhaken am Nordkamin. Schwierig wenn man diese Route nicht kennt. Nach Abstieg in Rinne Haken relativ weit unten, trotz Beschreibung im Gipfelbuch (gespendet von AV-Sektion Berlin) erst nicht gefunden, Sicherung von oben! Im Nordkamin dann keine Haken. Abseilen ist gute 27m, nicht 20m, falsch im Führer, gefährlich bei 50m-Seil!!! Abstieg dann ebenfalls heikel. Weg direkt am Fels führt in Abgrund. Man muss erst hoch nach Norden, dann zwischen Schaf und nah an Glocke durch. Später Tunnel und Weg steil aber besser. Hier Brotzeit, dann
- Pinioskante, direkteinstieg, 1sl, VII- (u.E. deutlich schwerer als VII-)
Top-Rope gemacht, bis erstem ZH inzwischen fast grifflos.
Bier und Essen in Kastraki, spät dran.
25.04.09, Samstag
Abreisetag, Flug aber erst um 23:00 Uhr ab Thessaloniki, daher noch genug zeit zum Klettern. Am Tag vorher schon eine griechische Seilschaft an der Glocke gesehen, Route zwar ernst und schwer aber sah sehr lohnend aus. Nach Packen und Räumen unserer Zimmer und Frühstück um 10:00 Uhr am Einstieg.
Glocke
- Glockenspiel, 5SL, VI, Direktvariante in der 3.SL, VI
Traumhafte Klettererei, von der Schwierigkeit sehr homogene 3 Seillängen mit einigen VIer-Stellen und selten leichter als V. Absicherung traditionell. Direktvariante in der 3.SL setzt die Schwierigkeit perfekt homogen fort, Original 3./4.SL wäre leichter, lohnt aber nur wenn schon die 2.SL (VI) als zu schwer empfunden wird. Letzte 2 SL zum Gipfel dann leichter. Gipfelbuch zeigt, dass die Glocke relativ oft begangen wird, auch von Locals. Alte Abseilpiste über Nordseite (2SL) nicht mehr aktuell, deswegen auch unten am "Weg" alles zugewachsen, siehe Abstieg vom Nordkamin des Kastrakiturms. Abseilen jetzt über die Route Pfadfinder, SW-Seite, oben Steinmann, 2x50m, zurück bis Nähe Einstieg, komfortabel. Brotzeit und dann doch noch was trinken und Snack in Kastraki neben der Kirche. Danach Abreise nach Thessaloniki.
Fazit: Zum 6. mal in Meteora, wie immer geniale Kombination aus Klettern, Frühsommer und südländischer Lebensart. Wetter diesmal zwiespältig, 3 Regentage, hier ungewöhnlich, aber trotzdem sind wir nur einen Tag der 7 nicht geklettert bzw. berggestiegen.